Lange Tage auf den Lofoten

Heute sind wir auf der Nordkappinsel Magerøya im Bezirk Finmark, am nördlichsten Punkt von Europa angekommen. Es war eine unglaublich lange Fahrt mit etwa 3500 km. Und es war wohl ganz sicher auch nicht der kürzeste Weg, den wir gewählt hatten. Auch wollten wir unbedingt einige Tage auf den Lofoten verbringen. Diese langgestreckte Inselgruppe im Atlantik war für uns ein wunderschönes Wandergebiet, reizvoll durch die Kombination von Bergen und Meer. Dazu sieben Tage mit einen Wetter, welches am Atlantik nicht so oft vorherrscht. Kaum Regen, Temperaturen um, zum Teil über 20°C, blauer Himmel und Strände wie an der Karibik.

Und Sonnenuntergänge wie in Afrika.

Nach der bereits beschriebenen ersten Wanderung zum Flakstadtinden führte eine zweite Tour über etwa 12 km von Nesland nach Nusfjord. Der Start befand sich 16 km vom Campingplatz entfernt. Das Auto blieb natürlich stehen und wir fuhren mit den Rädern an die Binnenküste der Lofoten.

Unglaublich warmes und sonnenscheinreiches Wetter war der ständige Begleiter auf unserer Tour. Bis zu 23°C, trockene, abwechslungsreiche Wege bergauf und bergab, gespickt mit etwa 24 Caches machten die Wanderung zum reinsten Vergnügen.

Gegen 18 Uhr erreichten wir Nusfjord. Dieses kleine pittoreske Fischerdorf kann sich den Luxus kostenloser Parkplätze erlauben, wenn man mit dem PKW anreist. Allerdings wird am Ortseingang eine Gebühr in Höhe von 50 NOK (5€) erhoben. Noch schlimmer trifft es leidenschaftliche Biertrinker nach einer anstrengenden Wanderung. Eine kleine Flasche (0,33 l) Lofotpils, noch das preiswerteste Bier, bekommt man für 95 NOK. Ein leckeres Softeis für bescheidene 45 NOK. Was gönnt man sich nicht alles nach einen gelungenen Tag.

Der Rückweg konnten wir übrigens in 1,5 Stunden zurücklegen. Viel Zeit nimmt die Suche nach Dosen in Anspruch

Noch im Sonnenschein kamen wir an unseren Cali gegen 20.30 Uhr an.

Wir hatten noch lange nicht genug. Ja, so mancher Tag war für uns beide durchaus auch anstrengend. Die Beine schmerzten, der Hals verspannt, die Lippen rissig und Blasen an den Füßen. Aber die Landschaft, das perfekte Wetter, alles passte für wunderschöne Tage, die wir keinesfalls an ein und den selben Ort verbringen wollten. Radfahren geht immer. Die Beine lockern sich mit kleinen Gängen, es ging nur wenige Höhenmeter rauf und runter, der Wind ist moderat von hinten. Steffens Traumziel: Reine, mit dem „totgeliebten Reinebryygen“. Bis vor einen halben Jahr war der Aufstiegspfad noch gesperrt, weil jedes Jahr tausende Touristen den Weg so weit ausgetreten hatten, dass ein gefahrloser Aufstieg nicht mehr möglich war. Innerhalb von zwei Jahren hatten nun nepalesische Sherpas eine Treppe angelegt, auf der über 1736 Stufen fast der untere Sattel über Reine erreicht wird. Doch auch jetzt wird eine gute körperliche Konstitution verlangt, um den Gipfel zu erreichen. Wenn man dann aber einmal oben steht, entschädigen diese phänomenalen Ausblicke auf Reine für alle Strapazen.

Aber auch im Reine entdeckt man immer wieder herrliche Motive.

Gegen 19.30 Uhr waren wir nach fast 70 km Radfahrt in Flakstad zurück. Lecker gegrillter Lachs und ein traumhafter Sonnenuntergang rundeten diesen perfekten Tag ab.

Morgen werde ich an dieser Stelle mit einen weiteren Blog fortfahren. Hier in der Nähe des Nordkapp ist es zwar noch nicht ganz dunkel, aber kurz vor halb eins der Schreiber müde geworden.

Gute Nacht, an alle, die vielleicht noch nicht schlafen können.

5 Kommentare zu „Lange Tage auf den Lofoten

  1. Hallo Steffen, hier haben sich wohl ein paar falsche Bilder eingeschlichen. Einige hattest Du schon am 13.08. mit drin. Und ich vermisse hier die coole Hängebrücke die Du im Status hattest.
    vg und noch viel Spaß
    Micha

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    1. Nun, mein lieber Micha, du hast hier auf meinen Bericht vom 13.8. kommentiert. Doch weil die Geschichte soooo schön war, habe ich sie noch einmal erzählt. Natürlich habe ich ein Bier zuviel getrunken und hatte einen in der Krone. Übrigens sollte jetzt in dem Bericht vom 20.8. die Hängebrücke dabei sein. Diesen habe ich ergänzt und ist mit mehreren Tagen zusammengefasst. Viele Grüße, Steffen und Heike

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  2. Der Aufstieg hat sich mehr als gelohnt. Die Aussicht ist ja traumhaft schön und der blaue Himmel noch dazu, einfach herrlich. Ich sage jetzt aber nicht, dass ich euch gerade ein bisschen darum beneide. 😜
    Viel Spass weiterhin 🌞

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    1. Hallo Ilka, auch heute am touristischen Nordkapp Sonne und blauer Himmel. Ab jetzt geht es nach Süden zurück. Ein neuer Bericht vielleicht heute Abend. Danke für deine schönen Kommentare und viele Grüße an euch beide von Steffen und Heike.

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